Technik

Ping und Traceroute: Netzwerkdiagnose bei Website-Ausfällen

Wie du mit Ping und Traceroute einen Website-Ausfall analysierst, Paketverluste erkennst und Netzwerkprobleme auf dem Weg zum Server lokalisierst.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 22.05.2026 1 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Wenn eine Website nicht erreichbar ist, bleibt die erste Frage offen: Liegt das Problem beim Server, beim Netzwerk oder beim eigenen Rechner? Zwei Werkzeuge helfen dabei, diese Frage zu beantworten: ping und traceroute. Beide sind in jedem Betriebssystem eingebaut und liefern in Sekunden erste Hinweise.

Was Ping misst

Der Befehl ping schickt kleine Datenpakete (ICMP Echo Request) an eine Zieladresse und wartet auf eine Antwort. Die Antwortzeit wird in Millisekunden gemessen. Unter Windows rufst du Ping so auf:

ping example.com

Unter Linux und macOS läuft Ping standardmäßig endlos, du stoppst es mit Strg+C. Unter Windows sendet es viermal und hört dann auf. Mit dem Parameter -n 20 sendest du unter Windows 20 Pakete, unter Linux und macOS entspricht das -c 20.

Die Ausgabe zeigt drei wichtige Werte:

  • Antwortzeit (Round Trip Time, kurz RTT) in Millisekunden
  • Paketverlustrate in Prozent
  • Minimum, Maximum und Durchschnitt der RTT

Antwortet der Server gar nicht, erscheint “Request timed out” (Windows) oder “100% packet loss”. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass die Website offline ist. Manche Server blockieren ICMP-Pakete aus Sicherheitsgründen, ohne dass die eigentliche Website davon betroffen wäre.

Traceroute erklärt den Weg

Während Ping nur Anfang und Ende misst, zeigt traceroute (unter Windows heißt der Befehl tracert) den gesamten Weg durch das Netzwerk. Jeder Zwischenknoten, also jeder Router auf dem Weg zum Ziel, wird dabei sichtbar.

Der Befehl nutzt das TTL-Feld (Time to Live) im IP-Header. Er sendet zunächst Pakete mit TTL=1, die der erste Router verwirft und mit einer Fehlermeldung antwortet. Dann TTL=2 für den zweiten Hop, und so weiter, bis die Pakete den Zielserver erreichen.

Unter Windows:

tracert example.com

Unter Linux und macOS:

traceroute example.com

Die Ausgabe listet jeden Hop mit bis zu drei Antwortzeiten. Du siehst, an welchem Punkt die Latenz stark ansteigt oder wo keine Antworten mehr kommen.

Typische Befunde und ihre Bedeutung

Hohe Latenz ab einem bestimmten Hop: Der Engpass liegt beim oder nach diesem Router. Das kann ein überlastetes Backbone-Segment sein, eine langsame Transatlantik-Leitung oder ein Peering-Problem zwischen zwei Anbietern.

Sternchen (*) ab einem bestimmten Hop, aber Website lädt trotzdem: Dieser Router filtert Traceroute-Pakete, lässt normalen HTTP-Traffic aber durch. Kein Grund zur Sorge.

Sternchen ab einem Hop und Website nicht erreichbar: Wahrscheinlich liegt hier der Ausfall. Notiere den letzten Hop, der noch geantwortet hat, und die zugehörige IP-Adresse. Mit einem WHOIS-Lookup erfährst du, welchem Netzwerkbetreiber diese IP gehört.

Sehr hohe Latenz (über 500 ms) beim letzten Hop: Der Server antwortet, ist aber stark ausgelastet. Das kann auf eine DDoS-Attacke oder auf überlastete Hardware hindeuten.

Kombinierter Einsatz mit dem Tool

Das Tool auf dieser Seite prüft, ob deine Website von verschiedenen Standorten weltweit erreichbar ist. Wenn das Tool meldet, dass die Website für alle Nutzer nicht erreichbar ist, kannst du mit Traceroute den Fehlerbereich eingrenzen. Liegt das Problem bei deinem Hosting-Anbieter, siehst du in der Traceroute-Ausgabe, dass die Pakete das Rechenzentrum des Anbieters erreichen, aber der letzte Hop nicht antwortet.

Meldet das Tool hingegen, dass die Website global erreichbar ist, während du selbst keinen Zugriff hast, liegt der Fehler zwischen deinem Anschluss und dem nächsten Knotenpunkt. Hier hilft ein gezielter Traceroute zur IP-Adresse des Servers (nicht zum Domain-Namen), um DNS-Auflösungsprobleme auszuschließen.

Praktische Tipps

Führe Ping und Traceroute immer zu beiden Endpunkten durch: einmal zum Domain-Namen (z.B. ping example.com) und einmal direkt zur IP-Adresse. Unterschiedliche Ergebnisse deuten auf ein DNS-Problem hin.

Unter Linux gibt es mit mtr ein kombiniertes Werkzeug, das Ping und Traceroute vereint und die Ergebnisse in Echtzeit aktualisiert. Der Aufruf lautet mtr example.com. Das ist besonders nützlich, um intermittierende Paketverluste zu erkennen, die bei einem einmaligen Traceroute unsichtbar bleiben würden.

Speichere die Ausgabe für den Support-Fall. Unter Windows leitet tracert example.com > tracert-ergebnis.txt die Ausgabe direkt in eine Datei um, die du an deinen Hoster schicken kannst.

Fazit

Ping und Traceroute sind unverzichtbare Werkzeuge für die erste Fehleranalyse. Sie helfen dabei, in wenigen Minuten zu entscheiden, ob der Ausfall beim eigenen Anschluss, im Netzwerk zwischen Provider und Server oder beim Hoster selbst liegt. In Kombination mit einem globalen Status-Check wie diesem Tool erhältst du ein vollständiges Bild der Situation.

Häufige Fragen

Was sagt mir ein Paketverlust beim Ping?

Paketverluste deuten auf eine überlastete oder fehlerhafte Netzwerkverbindung hin. Wenige Prozent können normal sein, dauerhaft über 5 Prozent signalisieren ein Problem zwischen deinem Rechner und dem Zielserver.

Warum bricht Traceroute manchmal mittendrin ab?

Manche Router filtern ICMP-Pakete aus Sicherheitsgründen und antworten nicht auf Traceroute-Anfragen. Das Sternchen (*) bedeutet Zeitüberschreitung, nicht zwingend einen Ausfall. Wenn alle Hops danach ebenfalls Sternchen zeigen, liegt dort aber tatsächlich ein Blockade oder ein Ausfall vor.

Quellen

  • RFC 792 Internet Control Message Protocol (IETF)
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung website-status-checker.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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